Reparatur und Färben von Ledermöbeln

Mehr als Teppich- und Polsterreinigung:
Jörg Weirich repariert auch Leder-Oberflächen

Vanillegelbes Leder. Jörg Weirich streicht mit der Hand über die Oberfläche des Sofas, das vor ihm steht. Dort, wo die feine Leder-Narbung wieder spürbar erhaben ist, war vor einigen Tagen noch ein Loch; und auch der Rest der einst hochwertigen Couch wies Fettflecken, raue Stellen, Risse auf. Nun jedoch sieht das alte Möbelstück wieder aus wie neu: Jörg Weirich hat es mit speziellen Werkzeugen und einem liebevollen Blick fürs Detail aufgearbeitet.

Ledersofa färben Farbe  Ledercouch färben Farbe

Jetzt steht er in seiner Werkhalle an der Winkelstraße 14-16 und hat die nächste Herausforderung vor sich: Ein alter Sessel, weißes Leder, Edelstahlfüße. Auf den ersten Blick ein Fall für den Sperrmüll – so abgewetzt, so schmutzig sieht er aus. Für die Kundin aber, die Weirich den Sessel zur Reparatur anvertraut hat, ein ganz besonderes Stück, denn: Es war der Lieblingsplatz ihres verstorbenen Mannes. „Das Leder kriegen wir wieder hin“, sagt Weirich entschlossen. Geht nicht? Gibt’s für ihn nicht.

Er sprüht den Stuhl mit einem speziellen Reinigungsschaum ein, geht immer wieder mit einem Tuch über das Leder, trägt den Schmutz so Schicht für Schicht ab. Was eben noch grau und blass war, strahlt wieder in hellem Weiß. Doch die Arbeit ist damit noch lange nicht getan. „Nach der Reinigung entfetten wir das Möbelstück erst einmal sorgfältig“, erklärt Weirich. Ansonsten würden die Fette, die tiefer liegen, nach einiger Zeit wieder an die Oberfläche kommen und diese angreifen. Anschließend geht es ans Schleifen und Reparieren. „Mit Flüssigleder können wir Risse reparieren, Narbungen durch Prägung wiederherstellen und auch andere Schäden beseitigen“, sagt Weirich. Durch diese Technik sei es möglich, die bearbeiteten Stellen nahtlos mit ihrer Umgebung zu verschmelzen und so wieder eine natürliche Haptik herzustellen.

     

Die größte Herausforderung jedoch ist das Färben. Ein altes Leder umzufärben oder den genauen Farbton zu ermitteln und selbst anzumischen, findet Weirich besonders spannend. „Es gibt so viele verschiedene Töne – aber bislang ist es mir immer gelungen, die richtige Farbe zu finden.“ Um ein Abfärben des behandelten Leders zuverlässig zu verhindern, wird es abschließend mit einem Top-Coat versiegelt. Die Kunden können dabei zwischen matt, glänzend und seidenmatt wählen. „Das dient dem Schutz vor Sonnenlicht und Abrieb.“ Gleichzeitig bleibe das Leder aber atmungsaktiv.

Für den Umgang mit Leder ist Weirich zertifiziert. Viele Kunden vertrauen ihm seit Jahren ihre edlen Lieblingsstücke an; aber auch für Möbelhäuser repariert er beispielsweise Schäden, die beim Transport entstanden sind. „Oft ist die Reparatur günstiger als eine Neuanschaffung“, erzählt Weirich. Falls nicht, bietet er Ledertönungen an, die Kunden selbst bei ihren Möbeln anwenden oder von ihm auftragen lassen können. Für besonders verschlissene Sitzflächen oder das Aufarbeiten von Autoleder arbeitet er mit langjährigen Partnern zusammen.

Neben der Lederreparatur übernimmt Jörg Weirich auch die Reinigung von Teppichen. Der Gebäudereiniger-Meister ist praktisch in der Teppichwäscherei aufgewachsen: Sein Vater Willibald Weirich hat 1977 als einer der ersten in Bremen eine Teppichreinigung aufgemacht, im Keller des Hauses mit einer Maschine aus Amerika. Sein Sohn hat die Firma 1998 übernommen und erfolgreich weitergeführt – sowohl im Leder- als auch Teppichbereich zählt der 47-Jährige viele Kunden aus Bremen und Umgebung: Von Bremerhaven bis Soltau vertrauen ihm geschäftliche und private Kunden ihre Schmuckstücke an.

Darüber hinaus bietet er auch die Reinigung von Polstern an – ganz egal ob sie zu einem Wohnwagen oder Bus gehören, ob es sich um Garten- oder Wohnzimmermöbel handelt. Kunden können sie spontan vor Ort vorbeibringen oder abholen lassen. „Wir finden für fast alles eine Lösung“, so Weirich. Selbst dann, wenn es um die perfekte Farbmischung für vanillegelbes Leder geht.

(Artikel erschienen im Weser Kurier 16. März 2017 / Fotos (c) Tobias Meyer)